Überschrift Planung und Bau
Abbildung Architekten

Das Gebäude aus Sicht der Architekten.
In der Ortsmitte von Heroldstatt steht das neue Kinderhaus, welches unter einem Dach die Betreuung aller Kinder unter 6 Jahren vereint. Es gibt die Möglichkeit einer Ganztagsbetreuung sowie Räumlichkeiten für eine multifunktionale und vom Kindergartenbetrieb unabhängigen Nutzung.

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Matthias und Thomas Ott
Freie Architekten, Laichingen

Überschrift Konzept der Architekten

Standort.
Das komplett eingeschossige und damit barrierefreie Gebäude liegt im Südwesten der Berghalle, im Übergang zwischen öffentlicher Nutzung und angrenzendem Wohngebiet, in direkter Nähe zu Festgelände sowie Spielplatz und dem Fußgängerweg nach Ennabeuren. Das Kinderhaus bildet den harmonischen Endpunkt einer kommunalbaulichen Achse von öffentlichen Gebäuden mit Rathaus, Berghalle und Kinderhaus in der Ortsmitte von Heroldstatt.

Abbildung Bauplatz
Abbildung Baustelle

Baukörper.
Das Gebäude ist in verschiedene Raumvolumina und Dachflächen gegliedert, so dass ein differenzierter Baukörper entstanden ist und die verschiedenen Nutzungsbereiche ablesbar sind. Dies spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Fassadenmaterialien wieder:
Prägnante Giebelflächen aus Plattenmaterial und Putzfassaden für die öffentlichen Zugangsseiten. Für die Fassaden der Gruppenräume plastische, bunte Kuben, die das innere Farbenspiel auch nach außen abbilden.

Überschrift Orientierung

Nutzungsbereiche.
Der Gebäudegrundriss gliedert sich im Wesentlichen in fünf Nutzungsbereiche: Kindergarten, Kleinkindbereich, Küche und Essbereich für die Ganztagsbetreuung, Personalbereich sowie Mehrzweckraum mit Nebenräumen. Insgesamt hat das Gebäude eine Kubatur von 6.250 m³ und eine Nutzfläche von 1.430 m², die sich um einen zentralen Innenhof anordnen.

Innenhof.
Der zentrale Innenhof dient nicht nur der natürlichen Belichtung des Eingangsfoyers und des Erschließungsbereichs, sondern stellt für die Kinder einen wichtigen Orientierungspunkt innerhalb des Gebäudes dar. Auch die Eltern sollen sich hier gerne aufhalten. Ein Elterntreff mit Sitzgelegenheit und Informationsflächen lädt zum Aufenthalt und zum Gespräch ein. Die Räume für die Kinder wenden sich der Sonne und dem Garten auf der Süd- und Westseite zu.

Abbildung Innenhof

Kindergartenbereich.
Nach Westen orientieren sich die Räumlichkeiten für vier Kindergartengruppen. Jede Gruppe verfügt über einen Großgruppenraum, einen Kleingruppenraum mit kindgerechter Küchenzeile sowie Nebenräume wie WC und Abstellraum. Der Garderobenbereich liegt jeweils im Übergang vom Flur zum Gruppenbereich und soll durch farbliche Gestaltung und die Verwendung besonderer Materialien für die Kinder einen hohen Wiedererkennungswert haben, damit sich alle Kinder gut zurechtfinden können. Über ein Holzdeck hat jede Gruppe direkten Zugang zum Außenbereich mit der Spielelandschaft. In jedem Großgruppenraum ist zusätzlich eine Galerie eingebaut, um den Raum auch in der dritten Dimension erlebbar zu machen. Dem Kindergartenbereich gegenüber nach Osten hin liegt der Personalbereich mit Büro und Besprechungsraum, zentralem Materiallager sowie dem Atelier.

Abbildung Garderobe
Abbildung Küche
Überschrift Flexible Nutzung

Kleinkindbereich.
Die Kleinkinder werden in vier Gruppen betreut, deren Räume im Süden an den Innenhof anschließen. Die Garderobenbereiche werden wie im Kindergartenbereich als besonderer Blickfang herausgearbeitet. Die Gruppenräume sind jeweils mit eigener Küchenzeile ausgestattet. Jede Gruppe hat einen Schlafraum, einen Materialraum sowie ein WC mit Wickelplatz und Babywanne. Ein größerer WC-Raum verfügt zusätzlich über eine Dusche. Auch hier verfügt jeder Gruppenraum über eine Terrasse, um auch das Spielen im Freien zu ermöglichen. Im Schnittbereich zwischen Kindergarten- und Kleinkindbereich liegt der allgemeine Zugang zum Außenspielbereich mit Gummistiefelraum, Therapieraum und ein Träumeraum. Diese Sonderräume werden noch ergänzt durch ein Malatelier/eine Werkstatt im Kindergartenbereich. Diese Räume stehen flexibel für alle Gruppen zur Verfügung.

Abbildung Kleinkindbereich

Ganztagsbetreuung.
Im Nordosten schließt sich der Bereich für die Ganztagsbetreuung an. Ein offen gestalteter Essbereich ist der Küche vorgelagert und nach Süden hin großzügig verglast. Die Küche selbst ist als Catering-Küche konzipiert, d.h. Speisen werden dort warm gehalten oder erwärmt, verteilt und serviert, Geschirr wird dort gelagert und gespült. Ein Vorratsraum für Getränke und Kühlmöglichkeiten grenzt direkt an. Über eine mobile Trennwand kann vom Essbereich aus eine direkte Verbindung zum Mehrzweckraum hergestellt werden, das heißt für große Veranstaltungen wie Kindergartenfeste kann die Fläche entsprechend vergrößert werden. Bei separater Nutzung des Mehrzweckbereichs durch Dritte kann die Küche auch direkt vom Mehrzweckraum bedient werden.

Abbildung Küche

Mehrzweckraum.
Der Mehrzweckraum selbst bildet die nordöstliche Ecke des Gebäudes. Über eine raumhohe Verglasung wendet er sich dem Eingangsbereich zu. Durch seine Größe von ca. 98 m² ist er sowohl für sportliche Zwecke wie Gymnastikgruppen als auch für kleine und mittlere Versammlungen und Feierlichkeiten gut geeignet. Für die Kindergartenkinder ist eine Kletterwand mit Hangelpfad installiert. Die Nebenräume für den Mehrzweckbereich liegen zwischen dem Eingangsbereich und dem Raum selbst. Ein Garderobenbereich, eine Umkleide mit Duschen sowie WCs einschließlich Behinderten-WC sind vorhanden, ebenso ein Lager für Stühle und Turngeräte.

Jugendhaus, Seniorenzentrum, Rathaus, Berghalle und Kinderhaus bilden eine Achse in der Ortsmitte von Heroldstatt.

Autarke Nutzungsmöglichkeit.
Über den Windfang ist ein unabhängiger Zugang zum Mehrzweckbereich während und auch außerhalb der Kindergartenbetriebszeiten möglich.

Abbildung Mehrzweckhalle
Abbildung Außenansicht Ost
Überschrift Umwelt

Materialien.
Die Materialien in allen Bereichen des Gebäudes sind hell und kinderfreundlich. Um möglichst viel natürliches Licht auszunutzen, sind die Gruppenräume alle raumhoch verglast und haben hierdurch auch einen starken Bezug zum Außenraum. Hier sorgt ein Sonnenschutz für die nötige Verschattung in den Sommermonaten. Im Winter sorgt eine Fußbodenheizung in den Gruppenräumen für Behaglichkeit, da die Kinder viel auf dem Boden sitzen und spielen. Für eine angenehme Akustik in allen Bereichen sorgen spezielle Akustik-Dämmplatten an der Deckenunterseite.

Abbildung Farbkonzept

Farbkonzept.
Die Wände in den Gruppenräumen sind mit Farbflächen in vier verschiedenen Farben gestaltet. Dieses Farbkonzept setzt sich auch im Außenbereich an der Fassade und nach innen in die Flure fort. Die einzelnen Gruppenräume haben so ihre eigene Farbe und für die Kinder einen hohen Wiedererkennungs- und Identifikationswert.

Abbildung Sonnensegel

Außenspielbereich.
Der Außenspielbereich ist über Holzterrassen an der Süd- und Westseite direkt den Gruppenräumen zugeordnet. Diese Außenspielfläche mit ca. 3.000 m² ist als differenzierte Spiellandschaft gestaltet und harmonisch in die vorhandene Gelände-Topografie eingebettet. Die bestehende Hangkante wird genutzt, um Rutschen, Kletternetz, Sitzstufen und Spielturm anzuordnen. Geschwungene Wege führen zu den Spielgeräten, Sandkästen, Wasserspiel, Bobby-Car-Bahn und Schaukel-Anlagen.

Abbildung Außenbereich
Überschrift Energie

Energiekonzept.
Um den Energieverbrauch des Gebäudes möglichst gering zu halten, wird die gesamte Gebäudehülle besser gedämmt, als die ENEV (Energieeinsparverordnung)dies vorschreibt. Damit wird beim Energieverbrauch eine Reduktion um etwa 30 % erreicht und gleichzeitig ermöglicht, dass das Kinderhaus von der vorhandenen Heizzentrale in der Berghalle mitversorgt werden kann.

Zusätzlich nutzt eine Wärmepumpe die Wärme der Abluft aus den Gruppenräumen und Sanitärräumen zur Erhitzung des Brauchwassers. Dadurch kann im Sommer die Fernwärmeversorgung aus der Berghalle eingespart werden. In allen Gruppenräumen sorgt eine Fußbodenheizung mit niedrigem Temperaturniveau für ein angenehmes Raumklima. Alle anderen Räume werden mit Heizkörpern erwärmt.

Abbildung Dämmung
Abbildung Fußbodenheizung